Projektübersicht

Mit unserem Crowdfunding-Projekt möchten wir darum werben, dass im Einzelnen:
- die Inhalte wie Antirassismusarbeit, Respekt und Vielfalt, Begegnung zwischen den Religionen und Kulturen in der Stadt Braunschweig lebendig bleiben
- dass SchülerInnen, die den Teilnehmerbeitrag nicht oder nur zum Teil aufbringen können, unterstützt werden
- dass ein Begegnungsabend vor Ort in Lublin mit einer Oberstufenklasse finanziert werden kann
- dass Referenten- und Zeitzeugengespräche durchgeführt werden.

Kategorie: Bildung
Stichworte: Völkermord, Faschismus, Sensibilisierung, rassismus, Demokratie
Finanzierungs­zeitraum: 07.03.2018 08:44 Uhr - 15.06.2018 14:00 Uhr
Realisierungs­zeitraum: 10.-17. Juni 2018

Worum geht es in diesem Projekt?

Seit 2008 ist die zweitgrößte Berufsschule in Braunschweig, die Heinrich-Büssing-Schule auch "Schule ohne Rassismus - Schule mit Zivilcourage". Dieser Grundsatz ist in unserem Leitbild verankert. Unsere Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch des Lebens. Im Schuljahr 2017/2018 lassen wir mit Aktionen und Projekten erneut unseren Worten Taten folgen. Im Schuljahr 2017/2018 sind dies besondere Erlebniswochen unter dem Thema "Vielfalt und Respekt" Vom November 2017 bis Juni 2018 werden dies besondere Vorträge, Aktionen und Projekte unter dem Thema "Vielfalt und Respekt" sein.
Wir wollen darin zum Ausdruck bringen, dass Wissen- und Informationsweitergabe, eine tolerante und faire Diskussionskultur und eine gute und nachhaltige Präventionsarbeit an unseren Schulen Jugendliche stark machen kann, sich für eine demokratische Gesellschaft, für Menschenrechte und ein solidarisches Miteinander einzusetzen.

Wir wenden uns damit gegen alle Ideologien der Ungleichwertigkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung!

Mit unserem Crowdfunding-Projekt wollen wir im Juni 2018 eine Gedenkstättenfahrt nach Majdanek und Lublin finanzieren. Das Projekt endet mit der Präsentation der Ergebnisse für die Braunschweiger Öffentlichkeit im Frühjahr 2019.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Neben Auschwitz ist Majdanek ebenfalls ein historischer Ort für ein millionenfaches Verbrechen gegen die Menschlichkeit und auch ein Synonym der Shoa an der jüdischen Bevölkerung in Europa.
Angesichts der Ereignisse, dass mehr als eine Million geflüchtete Menschen nach Deutschland gekommen sind, rechtspopulistische Parteien und Politiker Hass und Angst schüren und meinen, einfache Antworten parat zu haben, ist es wichtig sich der Geschichte der Nazi-Diktatur zu erinnern und sich aktiv mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen.

Das Bewusstmachen der Geschehnisse während der NS-Diktatur bietet die Möglichkeit, sich gegen Hass, Rasenwahn, Völkermord, Totalitarismus und Faschismus zu wehren und sich für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen.

Gedenkstätten sind immer auch Orte des Lernens und Begreifens. An den Orten der Verbrechen stellt sich die Frage "Wie konnte es dazu kommen?" besonders eindringlich. Die Bereiche Gedenken - Mahnen - Forschen und Lernen sollen die Fahrt dabei inhaltlich tragen. Ein "Nie-Wieder" - Krieg, Faschismus, Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit - setzt ein "Nie-Vergessen" voraus. "Nie-Wieder" heißt auch gegenwärtige Entwicklungen in unserer Gesellschaft wahrzunehmen und jene Entwicklungen, wie sie in Rechtspopulismus und Nationalismus wieder aufkeimen und die eine Ausgrenzung aller fremden Kulturen in Deutschland fordern, mit allen demokratischen Werten zu bekämpfen.
Die Jugendlichen/jungen Erwachsenen in diesem Sinne zu sensibilisieren und für demokratische Werte und Überzeugungen stark zu machen ist deshalb eines der Kernziele der geplanten Fahrt.

73 Jahre nach der Befreiung vom NS-Terror nehmen persönliche Bezüge der Jugendlichen/jungen Erwachsenen zur NS-Zeit ab. Wir halten es für sinnvoll, neben der kognitiven Annäherung an die Zeit auch das Einfühlen in Einzelschicksale zu ermöglichen, um durch diese Form der Empathie das Verständnis für die historischen Entwicklungen zu fördern und so ein Wirken bis in die Gegenwart zu ermöglichen.

Die Fahrt soll den Gedanken sensibilisieren, dass Erinnerungsarbeit zukunftsorientiert geleistet werden kann und muss. Das Sammeln von authentischen Erfahrungen "vor Ort" ist nachhaltig. Die Begegnung mit dem Ort Majdanek und dem dort Geschehenen bietet einen authentischen Raum für die ganz konkrete Auseinandersetzung mit Fragen einer gesellschaftlichen "deutschen" Schuld und der persönlichen Verantwortung.
Die Fragen, die dieser Ort aufwirft und die Antworten, die die Jugendlichen/jungen Erwachsenen bekommen oder sich selbst erarbeiten, werden nachhaltig das Denk- und Handlungsmuster der/des Einzelnen beeinflussen und verändern. Die Zielgruppe besteht aus 18 Jugendlichen, die die HBS als Schülerinnen und Schüler besuchen.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Als Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage ist die HBS Teil eins großen Netzwerks von 2.000 Schulen in der BRD. Verankert im Leitbild der Heinrich Büssing Schule (HBS) geht es immer wieder darum, dieses auch mit Leben zu füllen. Das heißt, es geht immer wieder um ein unterrichtsbezogenes Arbeiten mit Wissensvermittlung und gleichzeitig um emotionalisiertes Lernen. Es geht um demokratisches Handeln, um Zivilcourage im Klassenzimmer und auf dem Pausenhof, um respektvolles Gespräch im Miteinander der Schüler und im wertschätzenden Miteinander mit dem Lehrer. Es geht bei der Gedenkstättenfahrt um Fortbildung von jungen Menschen, die unsere Schulkultur der HBS stärken, indem sie z.B. Werthaltungen vertreten, die sich an den Menschenrechten orientieren, die eine solidarische Streitkultur lehren (Vorfahrt für Vielfalt), demokratisches Handeln gegen rechte Ideologien setzen. Gleichermaßen stärken wir damit auch das bestehende Netzwerk von Heinrich Büssing Schule, Jugendkirche Braunschweig, dem Verein Stolpersteine e.V. und der Jüdischen Gemeinde Braunschweig. Bei unseren Nachforschungen werden wir in Braunschweig unterstützt vom Städtischen Archiv und der Gedenkstätte Schillstrasse.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Mit dem Geld wollen wir die Schülerinnen und Schüler unterstützen, die nicht den gesamten Teilnehmerbeitrag bezahlen können. Weiterhin wollen wir damit die Vortragsarbeit der Referenten und das Zeitzeugengespräch finanzieren und unseren Beitrag leisten für einen Begegnungsabend mit einer polnischen Oberstufenklasse in Lublin.

Die Einnahmen und Ausgaben setzen sich aus folgenden Punkten zusammen:
Einnahmen:Teilnehmerbeiträge, Jugendkirche Braunschweig, Stadt Braunschweig, Zuschüsse des IBB (Internationale Bildungs- und Begegnungsarbeit) und der Förderung aus Crowdfunding.
Ausgaben: Fahrtkosten BS-Lublin-BS, Fahrten vor Ort, Unterkunft und Verpflegung, Pädagogische Begleitung, Seminargebühren, Referentenkosten, Materialien; Lektüre, Kopien etc.

Erweiterte Aufgaben:

  • Verlegung der Stolpersteine im Namen der Heinrich Büssing Schule im Frühjahr 2019
  • Organisation eines Workshops zusammen mit dem Haus der Kulturen in BS und Vorfahrt für Vielfalt gegen Fremdenfeindlichkeit und Xenophobie
  • Unterstützung von SPRINT (Sprache und Integration) Klassen innerhalb der HBS, Begegnungsarbeit und Projekte
  • Aufbau und Konzeption einer Ausstellung über die Gedenkstättenfahrt mit Bezug zu Verfolgung, rechte Gewalt und Flucht heutzutage.

Wer steht hinter dem Projekt?

Neben der Heinrich-Büssing-Schule besteht die Kooperation aus der Jugendkirche Braunschweig, der ev. Luth. Propstei Braunschweig in Zusammenarbeit mit Stolpersteine e.V. und der Jüdischen Gemeinde Braunschweig.